Der Staat schaut weg im eigenen Haus

Keiner weiß bislang, wie es um die Klimabilanzen dieser öffentlichen Gebäude steht. Fragen wir doch einfach!

Autorin: Evi Hierlmeier

Ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland stammen allein aus dem Gebäudebereich. Und statt mit gutem Beispiel voran zu gehen, verhält sich der Staat geradezu fahrlässig uninteressiert: Denn gerade in öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Rathäuser, Schwimmbäder und Co wird durch schlechte Dämmung massenhaft Energie verschwendet, nur ein Bruchteil dieser Bauten ist mit den Klimazielen kompatibel. Wie in aller Welt will die Bundesverwaltung bis 2030 klimaneutral werden, wenn sie bei den eigenen Gebäuden wegschaut?

Wir alle können damit ganz einfach dazu beitragen, dass der Staat da mehr Interesse ab den Tag legt. Einfach, indem wir uns als Bürger.innen interessieren und nachfragen, wie es denn um den energetischen Zustand der Gebäude der öffentlichen Hand in unserer Region bestellt ist?

Hier könnt Ihr Euch alle Gebäude in Stadt und Land Landshut auflisten lassen und Eure Anfragen stellen. Bei den blauen Markern wurde noch nicht angefragt, die gelben Marker sind die angefragten, bei den Grünen erfolgte eine Auskunft.

Damit das einfach geht und möglichst viele mitmachen können, haben die Organisationen „Frag den Staat“ und die „Deutsche Umwelthilfe“ den „Klima-Gebäude-Check“ entwickelt. Auf der Plattform können alle Bürger.innen unkompliziert online die Anfrage stellen, welche öffentlichen Geäude in ihrer Region einen „Energieausweis“ haben und sich die Ergebnisse zusenden lassen. Auch in Landshut und im Landkreis gibt es eine ganze Reihe von Gebäuden Die Antworten der Behörden melden die Teilnehmer.innen an die Initiator.innen zurück, die sie dann auswerten.

Übrigens: Die Behörden sind laut § Umweltinformationsgesetz (UIG) verpflichtet, Auskunft zu geben.

Auswertung des Klima-Gebäude-Checks vom Mai 2021

Diese erste Auswertung ergab eine desaströsen energetischen Zustand von Gebäuden in öffentlicher Hand. 3.066 Abfragen zu den Energieausweisen wurden angefragt, von den 533 vorgelegten Energieausweisen sind fast 80 Prozent Verbrauchsausweise, die keine verlässliche Aussage über die Klimafreundlichkeit der Gebäude treffen und daher ein Umweltinformationsgesetz (UIG) rote Karte erhalten. Auch bei Gebäuden mit Bedarfsausweis ist die Bilanz erschütternd: Über 50 Prozent der Gebäude erhalten eine rote Karte, da sie massiv sanierungsbedürftig sind und damit klimaschädlich. Weitere 34 Prozent erhalten eine gelbe Karte, da auch hier deutlicher Sanierungsbedarf besteht. Lediglich 14 Prozent bekommen eine grüne Karte, weil sie mit den Klimazielen kompatibel sind. Die kompletten Ergebnisse könnt Ihr hier ansehen.

Wir haben es in der Hand! Fragen wir!

Lasst uns also als „verantwortungsbewusste Bürger.innen“ der Stadt und des Landkreises Landshut dazu beitragen, dass unsere Verwaltung endlich ins Tun kommt. Lassen wir nicht zu, dass die öffentliche Hand lieber wegschaut, als sich um die Klimatauglichkeit ihrer Gebäude zu kümmern. Zeigen wir ihnen, dass es uns nicht egal ist. Wenn nur einige der Unterstützer.innen von „Landshut muss handeln“ für ein Gebäude ihrer Wahl eine Anfrage stellen, wenn wir dran bleiben und die Antwort einfordern, dann merken unsere Politiker, dass wir genau drauf schauen, was passiert. Das sehe ich als unsere Aufgabe.

Nur ein paar Klicks und die Anfrage läuft

Das Prozedere ist ganz einfach, wir haben es bereits ausprobiert. Wichtig ist, dass jeder nur eine oder zwei Anfragen stellt und dass Ihr „dranbleiben müsst“, denn viele Behörden reden sich lieber raus, als Antworten zu geben. Aber denkt dran, sie sind verpflichtet! Viele Fragen und Antworten was Ihr beachten müsst, was sich bewährt hat, findet Ihr auf der Klima-Gebäude-Check-Seite oder Ihr meldet Euch mit Euren Fragen direkt bei info@landshut-muss-handeln.de

Gesammelte Info-Links für Euch

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