5 gute Gründe für mein Unternehmen, klimaneutral zu werden

Ein Beitrag von Sabrina Grüner, Umweltingenieurin und Mitglied von Landshut muss handeln

Klar, der Klimawandel birgt Risiken für uns alle – aber es gibt auch Chancen! Gerade für Unternehmen zeichnet sich in den letzten Jahren ein klarer Trend ab: Nachhaltige Unternehmen sind erfolgreicher!

Hier kommen 5 Gründe um als Unternehmen klimaneutral zu werden:

1. Größerer Kreis an Handelspartnern
2. Zugang zu Kapital wird ab 2022 günstiger
3. Attraktivität als Arbeitgeber
4. Glaubwürdiges Image schafft neue Zielgruppen
5. Finanzielle Vorteile durch CO2-Bepreisung

1. Größerer Kreis an Handelspartnern
Viele Unternehmen haben sich mittlerweile zur Reduktion Ihres CO2-Fußabrucks bekannt. Zum Beispiel gibt es von Forbes eine Liste mit 101 internationalen Unternehmen, die sich dazu verpflichtet haben. Die UN haben eine Kampagne namens Race-to-Zero gestartet, an der 509 Städte, 23 Regionen, 2.162 Unternehmen, 127 der größten Investoren und 571 Universitäten aus 120 Ländern teilnehmen. Sie wollen bis 2050 klimaneutral werden. Sie repräsentieren derzeit 25% der globalen CO2 Emissionen und 50% des Bruttoinlandsprodukts weltweit. Wer heute ein Unternehmen führt sollte sich in diesen rasant wachsenden Kreis einfügen, da sonst tatsächlich Schäden drohen. Schon jetzt berücksichtigen 35% der Unternehmen in Deutschland Nachhaltigkeit bei der Auswahl ihrer Partner (1). Immer mehr fordern in Ausschreibungen eine CO2-Bilanz von ihren Partnern oder schließen Geschäftspartner von vornherein aus, wenn diese kein klares Nachhaltigkeitsziel definiert haben.

2. Zugang zu Kapital wird ab 2022 günstiger
Die EU-Taxonomie regelt ab 2022 für einige große Konzerne, verbindlich darzulegen, wie viel Prozent ihrer Finanzströme als nachhaltig klassifiziert werden. Ab 2023 wird der Kreis der Unternehmen drastisch erweitert, sodass dann circa 5.000 Unternehmen in Deutschland zu so einer Berichterstattung verpflichtet sind. Doch auch wenn ein Unternehmen nicht unter die Pflicht fällt, ist es sinnvoll, die eigenen Geschäftsprozesse zu bewerten. Denn viele Banken und Investoren wollen vermehrt in nachhaltige Finanzprodukte investieren. Auch Privatkunden, die z.B. bei Versicherungen investieren, verlangen immer häufiger prüfbare Nachhaltigkeitskriterien für ihre Anlagen. Mit der Taxonomie wird das nun möglich. Millenials, die Investoren der nächsten Jahrzehnte, investieren übrigens doppelt so oft in Nachhaltigkeit wie andere Altersgruppen. Bis 2030 werden nachhaltige Investments 150 Billionen $ weltweit ausmachen (2). Für nicht-nachhaltige Unternehmen wird es so in Zukunft teurer werden, Kredite aufzunehmen.

3. Attraktivität als Arbeitgeber
Für 60% der Arbeitnehmer in Deutschland ist die Wahl des Arbeitgebers auch von dessen Engagement im Klimaschutz abhängig (1). Vor allem die Generationen “Y” und “Z” achten auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Außerdem schafft Klimaschutzengagement ein hohes Identifikationspotenzial in der Belegschaft.

3000 Befragte in großen, deutschen Unternehmen (1)

4. Glaubwürdiges Image schafft neue Zielgruppen
Immerhin 25% der Deutschen sind bereit mehr für nachhaltige Produkte zu zahlen. Biomärkte boomen, dieser Trend setzt sich auch in allen anderen Branchen fort. Eine Studie von 2016 fand heraus, dass Unternehmen wie HIPP, Alltours und Miele bis zu 13% ihres Umsatzes aufgrund ihres Images im Bezug auf Nachhaltigkeit gemacht hatten (3).
Natürlich sind Verbraucher in den letzten 5 Jahren kritischer und aufgeklärter geworden. Für ein glaubwürdiges Image braucht es Transparenz und einen klaren Aktionsplan. Klimaneutralität ist kein Nice-to-have mehr, sondern bald ein Must-have.
Auch an der Börse können nachhaltige Unternehmen einen bis zu 20% höheren Wert erzielen. Und mit fortschreitender Regulierung (siehe EU Taxonomie) wird Greenwashing nicht mehr funktionieren.

5. Finanzielle Vorteile z.B. durch CO2-Bepreisung
Seit diesem Jahr gibt es in Deutschland eine Steuer in Höhe von 25€ pro Tonne CO2. Dieser Satz wird bis 2025 auf 55€ erhöht. Wer also viel Strom verbraucht oder Produkte aus Erdöl (z.B. Plastik, Paraffin) nutzt, für den wird der Einkauf immer teurer werden. Hinzu kommt, dass nachhaltig produzierte Rohstoffe oft nur minimal teurer sind als konventionelle. Die Nutzung anderer Rohstoffe, Stromsparen im Büro oder der Verkauf von nachhaltigen Produkten kann bares Geld sparen.

Und wem diese Gründe noch nicht reichen:
Auch im (unwahrscheinlichen) Fall, dass das Pariser Klimaziel erreicht wird, wird die Weltwirtschaft bis 2050 um 4% schrumpfen. Je weniger wir jetzt für den Klimaschutz tun, desto schlimmer sind die Folgen später …

(1)
KÖNIGSTEINER GmbH (2020). Jobfaktor Klima – Umweltbewusstsein bei deutschen Arbeitgebern. Stuttgart
(2) IISD (2020). Sustainable Investing. Shaping the future of finance. International Institute for sustainable development. Manitoba
(3)
Biesalski & Company (2016). Sustainability Value Score. Die Wirkung von Nachhaltigkeit auf die Umwelt. München

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