Energieausweis-Hürdenlauf

Autorin: Andrea Wiethaler, Team Landshut muss handeln

Seit einiger Zeit fragen engagierte Unterstützer.innen des Klimaplans nach, wie es um die Energieausweise der öffentlichen Gebäude in Landshut steht. Laut Gesetz ist die Kommune ihren Bürger.innen hier auskunftspflichtig und das nutzen wir gern. Sehr auskunftsfreudig verhält sich Vater Staat allerdings nicht immer, fasst hat man den Eindruck, er hat es nicht so gern, dass da irgendwelche interessierte Bürger.innen einfach so Auskunft wollen. Aber Hartnäckigkeit zahlt sich aus!

Der Fall: Energieausweis der Gebäude des Sozialgerichts Landshut und des Arbeitsgerichts Regensburg in der Seligenthaler Straße 10 in Landshut

Hürde 1: Vorort statt digital. Normal fragt man per Mail oder Telefon an und erhält per Mail Auskunft. In diesem Fall aber untersteht die Behörde dem Freistaat Bayern: Der Energieausweis soll im Gebäude aushängen, kann dort eingesehen werden. Okay, wird es halt etwas aufwändiger.
Hürde 2: Die Öffnungszeiten, Mo. – Do. 8.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 15.00 Uhr
Fr. 8.00 – 12.00 Uhr, sind schon mal eine Herausforderung, wenn frau berufstätig ist. Aber geht schon, dank Corona-Homeoffice und flexiblen Arbeitszeiten.
Hürde 3: Berücksichtigen Sie bitte bei Ihrer Zeitplanung, dass beim Betreten des Gebäudes aus Sicherheitsgründen Eingangskontrollen stattfinden“. Ich stelle mein Fahrrad vor dem Gebäude ab, nehme meine Fahrradtasche, setze die Maske auf, klingle und betrete das Gebäude. Hände desinfizieren und rechts abbiegen in die Sicherheitsschleuse. „Sie wollen Energieausweise einsehen? Kleinen Moment…“ Es wird telefonisch ermittelt, wer im Haus dafür zuständig ist.
Kontrolle Impfzertifikate und Ausweis – bin ich ja schon gewohnt. Aber jetzt komme noch eine Taschenkontrolle inkl. Hosen- und Jackentaschen. Computermaus und Headset werden in einer Box verwahrt, ich unterschreibe ein Formular. Jetzt noch durch einen Metalldetektor (Türrahmen wie am Flughafen), der prompt Alarm schlägt wegen der Gürtelschnalle. Geschafft
Hürde 4: Keine Fotoaufnahmen, besser auswendig lernen. Ein Begleiter führt mich die fünf Meter bis zu den Energieausweisen, die direkt im Eingangsbereich an der Wand hängen. Ein 2,5 m hoher Christbaum steht davor. Ich dränge mich zwischen Christbaum und Aushang und zücke mein Handy. Halt! Der Beamte weist mich darauf hin, dass Foto- und Tonaufnahmen nicht erlaubt sind. Also tippe ich so gut es geht die Angaben ab:
Es ist ein Altbau Bj. 1913 und ein „Neubau“ Bj. 1988, die Energieausweise sind vom 24.6.2019 und im rot-orangen Bereich.

Der Begleiter fragt nun doch noch interessiert, warum ich das denn machen würde und bietet mir einen kleinen Rundgang an. Am Übergangsbereich von Alt- zu Neubau weist er auf die Problematik von Denkmalschutz und Energieverbrauch hin. Die Verbrauchswerte von 89 / 109 kWh Heizenergie und 25 / 30kWh Stromverbrauch (2. Wert jeweils Altbau) liegen alle in verbesserungswürdigen Bereichen.

Hürde 5: Berücksichtigen Sie bitte bei Ihrer Zeitplanung, dass auch beim Verlassen des Gebäudes alles seine Zeit braucht.Beim Hinausgehen muss ich dann mit meinem Begleiter warten, bis mir meine Sachen wieder zurückgegeben werden und kann heim gehen.

Uff, wieder ein Stückchen Transparenz geschafft!

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